Licht

Tageslicht steuert den Lebensrhythmus der Menschen, fördert das Wohlbefinden und steigert die Leistungsfähigkeit. Zudem ermöglicht eine optimierte und kontrollierte Tageslichtnutzung den reduzierten Einsatz künstlicher Beleuchtung und sorgt für zusätzliche solare Energieeinträge im Winter. So kann die gezielte Nutzung von Tageslicht dazu beitragen, den Energieverbrauch eines Gebäudes maßgeblich zu verringern.

Die Lichtplanung nahm eine zentrale Rolle bei der Planung des LichtAktiv-Hauses ein. Sie basiert auf umfangreichen Untersuchungen des Lichtplaners Professor Peter Andres. Die Ergebnisse der Tageslichtanalysen wurden bereits in einem frühen Stadium der Entwurfsphase einbezogen und konnten so optimal in den dynamischen integralen Planungsprozess eingebunden werden. Durch den besonderen Fokus auf eine optimierte Tageslichtnutzung wurde sowohl ein hoher Wohnwert realisiert als auch eine gute Energieeffizienz gewährleistet. Viel Tageslicht und großzügige Ausblicke ermöglichen außerdem ein Wahrnehmen des tages- und jahreszeitlichen Rhythmus.

Tageslicht in Räumen lässt sich durch den Tageslichtquotienten bestimmen. Dieser international anerkannte Leistungsindikator misst, wie viel Prozent des außen verfügbaren Tageslichts im Innenraum auftrifft. Ein Raum mit Tageslichtquotienten von durchschnittlich 2 Prozent gilt als Licht durchflutet. Für bestimmte Tätigkeiten kann aber dennoch eine Unterstützung durch Kunstlicht notwendig sein. Ein Raum wirkt besonders lange von Tageslicht durchflutet, wenn der durchschnittliche Tageslichtquotient bei über 5 Prozent liegt. In diesem Fall kann auf den Einsatz von Kunstlicht verzichtet werden. Durch eine strategische Positionierung der Fensteröffnungen im LichtAktiv-Haus lassen sich in den Aufenthaltsräumen, wie Küche oder Esszimmer, Tageslichtquotienten von durchschnittlich 5 Prozent oder mehr erreichen. Im Wohnzimmer sind es sogar mehr als 10 Prozent.

Besonders gut sind die Tageslichtquotienten in der so genannten "Tageslicht-Lampe" des LichtAktiv-Hauses. Dieser zentrale Erschließungs- und Bibliotheksbereich löst die ehemals kleinteilige und geschlossene Struktur des Bestandsgebäudes sowohl horizontal als auch vertikal auf und öffnet den Raum bis zum Dach. Die Werte erreichen in diesem Teil des Bestandsgebäudes durchschnittlich bis zu 5 Prozent. Die Kinderzimmer zeichnen sich durch besonders hohe Tageslichtquotienten aus und fördern so Gesundheit und Wohlbefinden der Kinder.

Die Tageslichtplanung berücksichtigt außerdem die Schwankungen bei der Verfügbarkeit von Tageslicht – je nach Wetter, Tages- und Jahreszeit. Mit Sonnenschutzprodukten lässt sich der Einfall von Tages- und Sonnenlicht dynamisch regulieren und so die Raumhelligkeit flexibel und komfortabel den Bedürfnissen der Bewohner anpassen. Dies bietet effektiven Schutz vor Blendung, verhindert ein Überhitzen der Räume und schafft eine angenehme Raumatmosphäre.

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